Wenn es um besondere Teesorten geht, dann ist der Pu-Erh Tee ein würdiger Vertreter. Er wird seit über 1.700 Jahren getrunken, kann bis zu 70 Jahre lang reifen und wird mit zunehmendem Alter immer wertvoller.

Der chinesische Grüntee mit dem Namen Pu-Erh gehört zu den ältesten Teesorten der Welt. Er wird im Hochland auf 1.500 bis 2.000 Metern Höhe im Bezirk Pu Erh, nach dem er benannt ist, angebaut. Die Provinz Yunnan ist auch als Provinz des ewigen Frühlings bekannt und liegt im Südwesten Chinas. Hier trinkt man den Pu-Erh Tee seit mehr als 1.700 Jahren.

Besonderheiten des Pu-Erh Tees

Tee

Couleur / Pixabay

Zwar wird auch der Pu-Erh Tee aus der Teepflanze Camilla Sinensis gewonnen, allerdings aus einer Unterart – nämlich der Qingmao. Die Blätter dieser speziellen Teepflanzen-Gattung werden zum Pu-Erh Tee verarbeitet. Allerdings handelt es sich bei Qingmao weniger um eine Pflanze, sondern vielmehr um einen Baum, der eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen kann. Außerdem kann der Baum bis zu 800 Jahre alt werden.

Auch der spezielle Reifeprozess macht den Pu-Erh Tee zu etwas Besonderem. Er kann zum Teil mehr als 70 Jahre reifen, bevor er genossen wird. Dabei gilt die Faustregel, die man schon vom Rotwein kennt: Je älter der Pu-Erh Tee, desto kostbarer wird er auch. Die vielen intensiven Aromen entfalten sich mit zunehmendem Alter immer stärker, sie reichen von feinsäuerlich und süßlich über vollmundig bis hin zu erdig.

Der Pu-Erh Tee soll während der Han Dynastie etwa 200 nach Christus sogar mit Gold aufgewogen worden sein. Damals war er dementsprechend nur den gut betuchten Adelsfamilien vorbehalten. Bis heute ranken sich viele Mythen um diesen besonderen Tee.

Wie wird Pu-Erh Tee hergestellt?

kulinetto / Pixabay

Für den Pu-Erh Tee werden zunächst die Blätter des Qingmao Baumes geerntet, anschließend gedämpft und getrocknet. Anschließend gibt man die Blätter in große Kessel und erhitzt sie darin. Dadurch werden die enzymatischen Prozesse in den Blättern gestoppt, was wiederum zu einer Teilfermentierung führt.

Im nächsten Schritt werden sie zusammengepresst, zu Fladen, Kugeln, Kuchen, Ziegeln, „Briks“ oder auch Pilzformen. Aufgrund der früher häufigen Pressung zu „Briks“ oder Ziegeln wird der Pu-Erh Tee bis heute noch häufig als Ziegeltee bezeichnet.

Ursprünglich musste der Tee aus Transport- und Lagergründen so stark gepresst werden. Nachdem die Teeblätter zusammengepresst wurden, werden sie traditionell mindestens fünf Jahre lang zum Reifen eingelagert, wobei man von der Post-Fermentation spricht. Während dieser Zeit sind eine große Zahl an Pilzen und Bakterien an diesem Reifeprozess beteiligt. Diese sorgen für das intensive, vielfältige Aroma des traditionellen Pu-Erh Tees. Allerdings ist dieses für den Gaumen des Europäers mitunter auch etwas ungewohnt.

Generell gilt, dass der Pu-Erh Tee einen umso intensiveren Geschmack erreicht, je länger er reifen kann. Ebenfalls steigt der Preis für den Pu-Erh Tee mit zunehmender Reifezeit.

Schnellere Reifung von Pu-Erh Tee durch industrielle Methoden

3dman_eu / Pixabay

Allerdings sollte der Pu-Erh Tee erschwinglicher für die breite Masse werden, so dass man ab 1970 damit begann, industrielle Methoden zu entwickeln, mit denen der Tee schneller reifen sollte. Dafür setzte man den getrockneten und zusammengepressten Blättern Mikroorganismen zu. Sie verkürzten die Reifezeit bis auf wenige Monate. Mittlerweile ist der Pu-Erh Tee bei großen Teefachhändlern, wie Bioteaque.com in drei verschiedenen Qualitäten erhältlich:

  1. „Sheng“ – roher und ungereifter Pu-Erh Tee
  2. „Shu“ – natürlich gereifter Pu-Erh Tee
  3. Künstlich gereifter Pu-Erh Tee, der verwirrenderweise ebenfalls als Shu angeboten wird.

Nicht eindeutig zu klären ist überdies, ob der Pu-Erh Tee nun einen Grünen, Schwarzen oder Roten Tee darstellt. Ursprünglich zählte man ihn zu den Grüntees, allerdings wird er aufgrund des Reifeprozesses, der Trocknung und Lagerung immer dunkler, so dass er auch als Schwarztee durchgehen könnte. Allerdings benennt man in China Tees nicht nach der Farbe der Blätter, sondern des Aufgusses, so dass er dort auch als Roter Tee bezeichnet wird.